Kreativ bleiben, ohne abgemahnt zu werden
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Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Er soll dir Orientierung geben, Risiken greifbar machen und dir helfen, typische Fehler im Social Media Marketing zu vermeiden. Wenn es konkret wird, solltest du juristischen Rat einholen.
Und jetzt: Lass uns das Thema entmystifizieren.
Vielleicht denkst du: „Ich poste doch nur ein Reel. Wie groß kann das Risiko schon sein?“
Größer, als viele Unternehmen vermuten.
Abmahnungen im Bereich Social Media sind keine Seltenheit. Häufig gehen sie mit hohen 4-Stelligen bis kleinen und mittleren 5-Stelligen Summen einher.
Die gute Nachricht: Mit etwas Hintergrundwissen, kannst du das vermeiden.
1. Was sind eigentlich „Rechte“ in dem Kontext?
Ganz vereinfacht:
Eigenes menschliches Werk + ausreichende Schöpfungshöhe = Urheberrecht
Sobald du ein eigenes Foto, ein Video, einen Text oder ein Design erstellst, entsteht automatisch Urheberrecht. Du musst nichts anmelden.
Wichtig ist die sogenannte Schöpfungshöhe. Das Werk muss eine gewisse kreative Eigenleistung enthalten. Ein rein technisches Foto ohne kreative Gestaltung kann problematisch sein. Ein durchdachtes Reel mit eigener jedoch Dramaturgie nicht.
Vorsicht bei Musik
Hier wird es schnell sensibel.
Nur weil ein Sound auf Instagram oder TikTok verfügbar ist, heißt das nicht automatisch, dass du ihn als Unternehmen bedenkenlos nutzen darfst. Dazu kommen wir im Detail in Teil 2. Merke dir:
Musik ist fast immer mehrfach geschützt:
Komposition & Text
Tonaufnahme
Und diese Rechte liegen gewöhnlich bei unterschiedlichen Parteien.
KI-generierte Bilder? Bitte gegenchecken.
KI-Tools produzieren beeindruckende Ergebnisse. Dennoch:
Nicht jedes KI-Bild ist automatisch rechtssicher.
Es kann vorkommen, dass KI visuelle Elemente übernimmt, die bestehenden Werken stark ähneln. Deshalb empfehlen wir:
Nutze Tools wie Google Lens für einen schnellen Gegencheck.
KI ist ein Werkzeug. Die Verantwortung und finale Abmahne bleibt bei dir.
2. Rechte am Content, wenn du fremde Inhalte nutzt
Vorsicht, hier ist die Fehlerquelle besonders hoch.
Grundregel:
Als Urheber darfst du dein Werk frei nutzen.
Als Lizenznehmer darfst du es nur im Rahmen der erteilten Rechte nutzen.
Und diese Rechte ergeben sich aus dem konkreten Nutzungskontext.
Copy & Paste? Problematisch.
Fremde Posts kopieren
Videos herunterladen und erneut hochladen
Inhalte ohne klare Erlaubnis verwenden
Das ist in der Regel unzulässig.
Auch Funktionen wie:
Stitches
Remixes
Duette
sind rechtlich nicht automatisch abgesichert. Die Plattformfunktion ersetzt keine urheberrechtliche Einwilligung.
Report-Funktion als Unternehmensaccount
Viele glauben: „Wenn es online ist, darf ich es nutzen, sonst würde es ja gelöscht.“
Falsch.
Und: Wenn du als Unternehmen Inhalte meldest oder gemeldet wirst, kann das schnell juristische Relevanz bekommen.
Insbesondere Business-Accounts stehen stärker im Fokus.
Social Media macht dich sauer?
Wir versüßen dir deinen Auftritt.
3. Nutzung in Sonderfällen: Zitat, Parodie, Pastiche
Es gibt Ausnahmen. Aber sie sind enger gefasst, als viele denken. Und bei Pastiche handelt es sich leider nicht um ein Dessert,
Zitatrecht
Ein Zitat ist nur erlaubt, wenn du dich inhaltlich mit dem Werk auseinandersetzt und nur im absolut notwendigen Umfang.
Ein hübsches Zitat, weil es gut passt, reicht nicht.
Parodie & Pastiche
Das ist ein spannender Ansatz für Social Media.
Ein Meme kann als Pastiche zulässig sein, wenn:
das Original erkennbar bleibt
eine neue, humorvolle oder künstlerische Bedeutung entsteht
Aber:
Es findet immer eine Abwägung statt zwischen:
Urheberrecht
Kunstfreiheit
wirtschaftlichen Interessen
Es bleibt eine Einzelfallentscheidung.
Das Rechtepaket: Diese Fragen musst du klären
Wenn du Inhalte lizenzierst, brauchst du Klarheit über:
Wofür wird der Content genutzt?
Wie lange?
In welchen Ländern?
Exklusive oder einfache Nutzung?
4. Musik, Sounds & Memes
Private Accounts dürfen Lizenzmusik oft nutzen.
Business-Accounts haben andere Bedingungen.
Instagram und TikTok verfügen über interne Musikbibliotheken. Die Rechte sind allerdings unterschiedlich.
Zusätzlich gibt es externe (verhältnismäßig günstige) Alternativen wie:
Incompetech
Shutterstock Music
Creative Commons Titel auf Soundcloud etc.
Je nach Nutzung von Lizenzmusik brauchst du:
Rechte an Komposition & Text (Musikverlag oder GEMA)
Rechte an der Tonaufnahme (Label oder GVL)
ggf. Synchronisationsrechte
Musik ist kein Nebenthema. Sie ist eine der häufigsten Abmahnquellen.
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